Ohrschmuck aus lindgrün emaillierten und mit Goldmalerei verzierten Gelbgold-Naturabgüssen von Eichengallen. Eichengallen sind pflanzliche Wucherungen, die durch Gallwespen entstehen, wenn diese ihre Eier ins Eichengewebe ablegen und dabei die Wachstumshormone der Eiche manipulieren. Ihre Form und Beschaffenheit variieren je nach Wespenart und Baumreaktion. Die hier abgegossenen Exemplare stammen von einer Eiche Quercus robur in den Rheinauen bei Karlsruhe, wo sie durch einen Sturm abgerissen wurden. Zerriebene Eichengallen dienten als Schlüsselzutat der Eichengallustinte, zwischen dem 5. und dem frühen 20. Jh. der meistverbreiteten Tinte in Europa, im Mittelmeerraum und später in Amerika. Die überwiegende Mehrheit der aus dieser Zeit überlieferten Manuskripte und Dokumente wurde damit geschrieben.